Contao (Teil 1): Das ist Contao

TYPO3, Joomla!, WordPress & Co sind Beispiele für wirklich gelungene Content-Management-Systeme auf Open-Source-Basis. In den letzten Jahren macht jedoch noch ein anderes CMS mehr und mehr auf sich aufmerksam: Contao. Und eben jenes Contao steht im Mittelpunkt dieser Tutorial-Reihe. In diesem ersten Teil wird zunächst ein Blick darauf geworfen, was es eigentlich mit Contao auf sich hat, welche Eigenschaften das System aufweist, und natürlich erfahrt ihr, was euch in dieser Reihe erwartet.

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Den einen oder anderen wird es sicherlich überraschen, dass es Contao bereits seit dem Jahr 2004 gibt. Dem ist tatsächlich so, auch wenn diese Aussage relativiert werden muss. Denn das System existiert zwar bereits seit 2004, damals lief es allerdings unter dem Namen TYPOlight.

Und dieser Name zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Namenswahl bei solchen Projekten ist. Denn TYPOlight führte zu Assoziationen, die dem Erfolg des Systems im Wege standen. Hauptproblem war dabei sicherlich, dass für viele Menschen der Name TYPOlight suggerierte, es handelt sich dabei um eine abgespeckte Version von TYPO3 mit einem verringerten Funktionsumfang. Und auch das Gerücht hielt sich hartnäckig, TYPOlight sei nur für kleine Projekte geeignet, was sicherlich auch mit dem "light" zu tun hatte.

Im Jahr 2010 erfolgte die Umbenennung von TYPOlight in Contao.

Die offizielle Projekt-Webseite findet ihr unter https://contao.org/de/.

Damit wurde dann der Startschuss für eine erfolgreiche Zukunft dieses Systems gelegt. Seit der Umbenennung hat das System – übrigens auch im professionellen Umfeld – zahlreiche neue Anwender gefunden.

 

Um es an dieser Stelle deutlich zu sagen: Auch wenn es oft geschrieben wird, stimmt die Aussage schlichtweg nicht, Contao eigne sich nur für kleine Projekte. Es lassen sich durchaus mittelgroße und große Webseiten mit diesem System aufbauen.

Ein erster Test

Bevor man sich ausführlich mit einem neuen System befasst, ist natürlich zunächst erst einmal interessant, wie dieses CMS aussieht und wie es überhaupt funktioniert. Dafür eignet sich eine Online-Demo von Contao hervorragend, die ihr unter http://demo2.contao.org/contao/ findet.

 

Meldet euch dort mit den Zugangsdaten k.jones/kevinjones an. Nach dem Login seht ihr das, was Contao ausmacht, nämlich ein sehr aufgeräumt wirkendes Backend.

Testet hier einfach ein wenig, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Contao arbeitet. Und keine Bange: Ihr könnt dort im Backend nichts "kaputtmachen". Tatsächlich wird das System nämlich in regelmäßigen Abständen wieder auf seinen ursprünglichen Zustand zurückgesetzt.

Im nächsten Tutorial geht es dann darum, wie sich Contao installieren lässt. Dann könnt ihr das System natürlich ganz detailliert auf eurem heimischen Rechner ausprobieren.

 

Das kann Contao

Entscheidend ist der Funktionsumfang des Systems. Denn das ist letztendlich das, warum man sich eben für oder gegen ein bestimmtes CMS entscheidet.

Zunächst einmal handelt es sich bei Contao um ein sogenanntes seitenbasiertes CMS. Die Struktur wird also anhand von Seiten definiert. Wer beispielsweise bereits mit Joomla! gearbeitet hat, wird sofort den entscheidenden Unterschied erkennen, da dort bekanntermaßen Kategorien zum Einsatz kommen.

Die eigentlichen Inhalte können bequem per WYSIWYG-Editor angelegt werden.

 

Bei der Verwaltung der Inhalte kommt einem die praktische Zwischenablage zugute. Denn dank der können Inhalte kopiert und an anderen Stellen wieder eingefügt werden.

Contao selbst ist ein vergleichsweise schlankes System, das aber dennoch einen eindrucksvollen Funktionsumfang aufweist. Sehr gut gelungen ist beispielsweise der Formulargenerator. Dank dem lassen sich per Mausklick beinah alle möglichen Formulare anlegen. Was bei anderen Systemen – wenn überhaupt – nur über Extensions lösbar ist, gehört bei Contao von Hause aus zur Grundausstattung.

Ebenfalls direkt mit an Bord ist ein News- bzw. Blog-Modul.

 

Darüber lassen sich Nachrichtenarchive erstellen. Die Nachrichten können von den Besuchern der Seite kommentiert werden.

Mit dabei ist außerdem ein Newsletter-Modul. Dessen Funktionsumfang geht weit über den E-Mail-Versand hinaus. So werden Abonnements über das Double-Opt-In-Verfahren unterstützt. Zudem können Nachrichten im Nur-Text- und im HTML-Format verschickt werden. Empfängerdaten lassen sich zudem ganz einfach aus CSV-Dateien importieren.

Sehr gut gelöst ist auch die Dateiverwaltung. So generiert der integrierte Dateimanager beispielsweise automatisch Vorschaubilder. Zudem können hochgeladene Dateien direkt mit dem Quellcodeeditor bearbeitet werden.

Ein weiterer Aspekt, der für Contao spricht, ist die Barrierefreiheit. Tatsächlich sind Backend und Frontend barrierefrei. Realisiert wird das über XHTML Strict-Code, der die W3C/WAI-Anforderungen erfüllt. Die Dinge, bei denen JavaScript eingesetzt wird, sind zudem mit einer Fallback-Funktionalität ausgestattet. Diese greift dann, wenn JavaScript deaktiviert oder aus einem anderen Grund nicht verfügbar ist.

Gut gelöst ist auch die Rechteverwaltung. Wie in anderen Systemen kann man somit bestimmte Inhalte ausschließlich ausgewählten Benutzern bzw. Benutzergruppen zugänglich machen.

Für die Ausgabe der Seite kommen Themes zum Einsatz. Das Prinzip kennt ihr so sicherlich auch von anderen Systemen. Dank der Themes lässt sich das Design der Webseite im Handumdrehen verändern. Themes kann man selbst erstellen, sich kostenlos herunterladen oder kaufen. Auch das wird natürlich im Verlauf dieser Reihe thematisiert.

Diese – übrigens nicht ansatzweise vollständige – Auflistung der Funktionen macht deutlich, wie groß die Möglichkeiten sind, die einem durch Contao geboten werden. Eines ist aber auch klar: Die Anforderungen an ein CMS sind so unterschiedlich, dass ein Kernsystem nicht alles leisten kann, was die Nutzer wollen. Genau an diesem Punkt kommen die Erweiterungen ins Spiel.

 

Damit lassen sich nahezu alle Wünsche erfüllen, die man an ein modernes CMS stellen kann. Momentan gibt es bereits mehr als 1400 Erweiterungen. Die offizielle Extension-Seite findet ihr unter https://contao.org/de/extension-list.html.

Der Großteil der Extensions ist tatsächlich kostenlos verfügbar. Das Spektrum der Erweiterungen reicht von Kommentar-Extensions über Menüs bis hin zu Foren. Seht euch einfach mal auf der genannten Seite um.

 

Hier wird Contao eingesetzt

Bevor man sich für Contao entscheidet, will man natürlich wissen, wo dieses System eigentlich alles eingesetzt wird. Auf der Webseite von Contao gibt es dafür den Bereich CMS-Fallstudien unter https://contao.org/de/case-studies.html.

Dort findet ihr eine Liste von Webseiten, die auf Basis von Contao erstellt wurden. Die Auswahl der aufgeführten Projekte zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Webseiten daherkommen, die auf Contao aufbauen. Zu jeder Seite gibt es einen Screenshot und eine entsprechende Beschreibung. Interessant sind vor allem auch die aufgeführten Erweiterungen, die für die jeweiligen Webseiten verwendet wurden. Seht euch auf dieser Seite um und verschafft euch einen Überblick darüber, was mit Contao alles möglich ist.

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